Zusammengefasst: 2024 gehen die Erträge aus der spezialisierten Bio-Rindfleischproduktion leicht zurück, während die tatsächlichen und kalkulierten Kosten steigen. Dadurch bleibt das Verhältnis zwischen Erträgen und Kosten unter 1 und ist im Vergleich zum spezialisierten Bio-Milchviehbetrieb und zum wallonischen Betrieb immer noch rückläufig.

 

Erträge   -     Betriebsaufwand     -     Strukturaufwand 

Erträge

Die Erträge eines Betriebs enthalten die Verwertung der landwirtschaftlichen Produktion und Dienstleistungen, die Einnahmen aus anderen Erwerbstätigkeiten, die Abgrenzungen und auch die Beihilfen. Die Bewertung der Produktion umfasst die Verkäufe, aber auch die Bewertung der Vorräte (Anbaukulturen oder Tiere) und des innerbetrieblichen Konsums.

Im Jahr 2024 belaufen sich die Gesamterträge einschließlich Beihilfen, die ein auf Fleischrinder spezialisierter Biobetrieb erwirtschaftet, auf 2.002 €/Rinder-GVE. Diese Erträge verteilen sich wie folgt:

  • Die Erträge aus Pflanzenfressern und Futterpflanzen mit 750 €/Rinder-GVE machen nur 37 % der Gesamterträge aus. Davon stammen 717 € speziell aus der Verwertung von Rindfleisch, was 36 % der Gesamtsumme ausmacht.
  • Die Beihilfen belaufen sich auf 841 €/GVE, wovon 198 € speziell aus Bio-Beihilfen stammen. Denn neben den klassischen Beihilfen aus der ersten und zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erhalten diese Betriebe spezielle Beihilfen für Biobetriebe sowie Fleischkuhprämien.
  • Diese Prämien sind vergleichsweise höher als die Prämien für Milchkühe. Dies erklärt, warum die Beihilfen für biologisch wirtschaftende Betriebe, die auf Fleischrinder spezialisiert sind, höher sind als die ihrer Kollegen in der Milchproduktion in Bio-Betrieben (459 €/GVE).
  • Handelsfähige Kulturen, die in diesem Betriebsprofil nur eine sehr geringe Bedeutung haben und einen Ertrag von 84 €/Rinder-GVE erwirtschaften.
  • Der Saldo stammt aus den wenigen anderen Aktivitäten außer Weidevieh und Handelskulturen sowie aus verschiedenen Erträgen und Abgrenzungen in Höhe von 327 €/Rinder-GVE. In diesem Betrag ist insbesondere die FCO-Entschädigung enthalten.

Pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche (LNF) sind die Beihilfen mit einem Wert von 814 €/ha fast doppelt so hoch wie die der wallonischen Betriebe (438 €/ha). Die Gesamterträge pro Hektar LNF (1.937 €, davon 694 € aus der Fleischverwertung) sind jedoch deutlich niedriger als bei Betrieben, die sich auf Milchvieh in biologischer Produktion spezialisiert haben und 3.831 €/ha betragen.

Zur Information: Der Besatz pro ha LNF im Buchführungsnetz beträgt 0,62 Kühe und 0,97 Rinder-GVE.

Entwicklung der Erträge des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Erträge des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Erträge des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Grafische Anmerkung: Von 2016 bis 2019 schwankte der Gesamtertrag des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs um einen Durchschnitt von etwa 1.500 €/ Rinder-GVE, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 100 €. Ab 2020 lagen diese Erträge bei über 1.800 €/Rinder-GVE und erreichten 2023 sogar über 2.000 €/Rinder-GVE.

Grafische Anmerkung: Von 2016 bis 2019 schwankte der Gesamtertrag des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs um einen Durchschnitt von etwa 1.500 €/ Rinder-GVE, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 100 €. Ab 2020 lagen diese Erträge bei über 1.800 €/Rinder-GVE und erreichten 2023 sogar über 2.000 €/Rinder-GVE.

Entwicklung der Beihilfen und anderer Erträge des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Beihilfen und anderer Erträge des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Beihilfen und anderer Erträge des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

 

Kosten

Innerhalb der Kosten eines Betriebs kann man unterscheiden zwischen den zugeordneten Betriebskosten, die direkt mit einer Tätigkeit verbunden sind (Fütterung, Viehbestandskosten, Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmittel, Futtermittel, Arbeit durch Dritte), und den Strukturkosten, die tatsächliche (Pacht, Versicherungen, Instandhaltungskosten, Gemeinkosten, bezahlte Arbeitskräfte, ...) und kalkulatorische Ausgaben (buchmäßige Abschreibungen, Zinsen auf Aktiva) beinhalten. Der letzte Faktor schließlich ist die (berechnete) Vergütung der nicht angestellten Arbeitskräfte (Familienangehörige).

Die Gesamtkosten für den auf die ökologische Rinderhaltung spezialisierten Betrieb belaufen sich auf 2.413 € pro Rinder-GVE und verteilen sich wie folgt:

  • zugeordnete Betriebskosten in Höhe von 20 % dieser Gesamtsumme,
  • die Strukturkosten machen davon 42 % aus.
  • Die restlichen 38 % entfallen auf die Entlohnung von (nicht angestellten) Familienarbeitskräften.

Der Anteil der zugeordneten Betriebskosten ist bei dieser Art von Betrieb, der nur wenige Betriebsmittel einsetzt, relativ gering.

Pro Hektar LNF betragen die Gesamtkosten dieses Betriebstyps 2.335 €, was etwa 80 % der Kosten von auf Milchvieh spezialisierten Biobetrieben entspricht. Das ist nur etwas mehr als die Hälfte derjenigen in Betrieben, die auf Milchvieh spezialisiert sind und ökologisch produzieren. Der Unterschied in der GVE pro Hektar erklärt diesen großen Unterschied weitgehend, ist aber auch eine Folge des geringeren Gewichts der Futtermittel bei Fleischrindern in biologischer Produktion im Vergleich zu Milchvieh.

Entwicklung der Kosten des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Kosten des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Kosten des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

 

- Zweckgebundene Betriebskosten

2024 belaufen sich die zugewiesenen Betriebskosten des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs auf 477 €/Rinder-GVE, wovon 145 € auf Futtermittel entfallen.

Da hauptsächlich Futterpflanzen angebaut werden, mit einem hohen Anteil an Weiden, sind die zugewiesenen Betriebskosten, ohne Arbeiten durch Dritte, die mit den Pflanzen verbunden sind, nicht die höchsten und betragen nur 39 €/Rinder-GVE.

Der auf Fleischrinder spezialisierte Biobetrieb beauftragt regelmäßig Dritte mit landwirtschaftlichen Arbeiten und gibt dafür 130 €/Rinder-GVE aus. Dies ist eine Antwort auf das Problem der Rentabilität bestimmter Geräte auf Betriebsebene, aber auch auf den Bedarf an externen Arbeitskräften für die Durchführung bestimmter Arbeiten.

Entwicklung der zugewiesenen Betriebskosten des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der zugewiesenen Betriebskosten des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der zugewiesenen Betriebskosten des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

 

- Strukturkosten

Die Strukturkosten steigen und erreichen im Jahr 2024 1.012 €/Rinder-GVE. Sie umfassen Ausgaben für die Nutzung von Grund und Boden, Material, Gemeinkosten und bezahlte Arbeit und beinhalten sowohl tatsächliche als auch kalkulatorische Kosten. Die Kostenstruktur lässt sich in drei große Posten unterteilen: Materialkosten, Grundstückskosten und sonstige Strukturkosten.
  • Die Materialkosten belaufen sich auf 435 €/Rinder-GVE, was 43 % der Strukturkosten für 2024 entspricht. Dieser Posten ist gestiegen und lag zwischen 2016 und 2021 bei etwa 350 €/Rinder-GVE+.
    • Zur Information: Die Landwirte führen einen Teil der Arbeiten mit ihrer eigenen Ausrüstung aus und lassen einen Teil der Arbeiten von Dritten ausführen. Der Materialaufwand des Betriebs muss mit der Inanspruchnahme von Dritten für zugewiesene und nicht zugewiesene landwirtschaftliche Arbeiten in Verbindung gebracht werden. Die Summe dieser beiden Arten von Kosten ergibt einen Wert von 576 €/Rinder-GVE (557 €/ha LNF) für 2024.
    • Die jährlichen Schwankungen sind insbesondere auf die schwankenden Energiepreise zurückzuführen, die sich direkt auf die Brennstoffkosten des Betriebs auswirken und die Preise ihrer Dienstleister, insbesondere der Lohnunternehmer, beeinflussen.
  • Mit 371 €/Rinder-GVE im Jahr 2024 machen die grundstücksbezogenen Kosten (Abschreibungen, Zinsen, Instandhaltung, Pacht und Versicherungen von Grundstücken) 37 % der Strukturkosten eines auf Fleischrinder spezialisierten Betriebs aus.
    • Pachtverträge: 109 €/Rinder-GVE (106 €/ha LNF), entsprechend den Pachtgebühren für das bewirtschaftete Land.
    • Fiktive Pacht: 44 €/Rinder-GVE (43 €/ha LNF), berechnet auf Eigentumsland zur Simulation von Opportunitätskosten.
    • Abschreibungen auf Gebäude und Grundstücksverbesserungen: 111 €/Rinder-GVE, was den Verschleiß der landwirtschaftlichen Infrastruktur widerspiegelt.
    • Auf Vermögenswerte berechnete Zinsen: 66 €/Rinder-GVE, die die theoretischen Kosten des gebundenen Kapitals darstellen.
    • Diverse Grundstückskosten: 41 €/Rinder-GVE, einschließlich Versicherungen, Instandhaltung des Bodens und Nebenkosten.
  • Die sonstigen Kosten in Höhe von 206 €/Rinder-GVE umfassen im Wesentlichen Gemeinkosten, nicht zugewiesene Energiekosten, Zinsen auf das Umlaufvermögen und Löhne und Gehälter.
    • Gezahlte Löhne: 6 €/Rinder-GVE.
    • Nicht zugeordnete Energie, Wasser, Gemeinkosten: 107 €/Rinder-GVE
    • Zinsen auf Viehbestand und Umlaufvermögen: 92 €/Rinder-GVE.

Ausgedrückt pro Hektar LNF belaufen sich die Strukturkosten auf 979 €/ha LNF. Dieser Betrag ist niedriger als in auf Milchvieh spezialisierten Biobetrieben (1.539 €/ha LNF), insbesondere durch den selteneren Einsatz von Lohnarbeitern in diesem Betriebstyp, niedrigere Pachtpreise als in Milchviehbetrieben (sowohl in der biologischen als auch in der nichtbiologischen Produktion) und geringere Materialkosten.

Entwicklung der Strukturkosten des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Strukturkosten des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Strukturkosten des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Mechanisierungskosten und der Arbeiten durch Dritte des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs pro Rinder-GVE

Entwicklung der Mechanisierungskosten und der Arbeiten durch Dritte des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs pro Rinder-GVE

Entwicklung der Mechanisierungskosten und der Arbeiten durch Dritte des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs pro Rinder-GVE

Entwicklung der Bodenkosten des auf Fleischrinder spezialisierten wallonischen Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Bodenkosten des auf Fleischrinder spezialisierten wallonischen Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der Bodenkosten des auf Fleischrinder spezialisierten wallonischen Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der sonstigen Strukturkosten des auf Fleischrinder spezialisierten wallonischen Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der sonstigen Strukturkosten des auf Fleischrinder spezialisierten wallonischen Biobetriebs je Rinder-GVE

Entwicklung der sonstigen Strukturkosten des auf Fleischrinder spezialisierten wallonischen Biobetriebs je Rinder-GVE

 

Erträge und Kosten

Um die gesamten Erträge und Betriebskosten zu vergleichen, kann man den Wert der Erträge pro 1.000 € Kosten analysieren. Wenn der ermittelte Wert unter 1.000 € liegt, bedeutet dies, dass die Erträge des Betriebs nicht ausreichen, um alle Produktionsfaktoren einschließlich der Familienarbeitskräfte und des gesamten Kapitals zu entlohnen (unter Berücksichtigung einer Pacht für die gesamte LNF und einer Verzinsung des Kapitals).

Im Jahr 2024 erzielte der auf Bio-Fleischrinder spezialisierte Betrieb einen Ertrag von 827 € bei Kosten von 1.000 €. Mit anderen Worten: Dieser Betriebstyp war im Durchschnitt des Jahres 2024 nicht in der Lage, alle seine tatsächlichen und kalkulierten Kosten zu decken.

D1f-E1 Entwicklung der Erträge pro 1.000 € Aufwand des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs

Entwicklung der Erlöse pro 1.000 € Aufwand des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs

Entwicklung der Erlöse pro 1.000 € Aufwand des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs

Entwicklung der Erlöse pro 1.000 € Aufwand des auf Fleischrinder spezialisierten Biobetriebs