Themenblätter

Hier finden Sie alle Themenblätter, die es ermöglichen, den Stand des Agrarsektors während eines Jahres und seine Entwicklung im Laufe der Zeit darzustellen.

Im Jahr 2024 herrschten in der Wallonie außergewöhnliche klimatische Bedingungen: das feuchteste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, mit sehr wenig Sonnenschein und überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Nach den katastrophalen Herbstbedingungen 2023, die die Aussaat von Wintergetreide gestört oder sogar verringert hatten, wirkten sich die Wetterbedingungen 2024 negativ auf die gesamte Pflanzenproduktion aus: schlechte Getreideerträge, mittelmäßige Erträge bei Mais, Rüben (historisch niedriger Zuckergehalt) und Kartoffeln. Die Obstkulturen erlitten große Verluste, während das Futter zwar reichlich, aber von schlechter Qualität war.

Wirtschaftlich gesehen steht der Preisrückgang bei den Ackerkulturen im Gegensatz zum leichten Preisanstieg bei Milch und Rindern. Im Durchschnitt erzielen die wallonischen Betriebe einen Deckungsbeitrag 1.479 €/ha, einen  Bruttoüberschuss von 1.301 €/ha und damit ein landwirtschaftliches Einkommen von 888 €/ha, was zwar einen Anstieg gegenüber 2023 bedeutet, aber weit von den Höchstständen des Jahres 2022 entfernt ist. Das Gesamteinkommen aus Arbeit beläuft sich auf 37.124 € pro Arbeitskräfteeinheit [AKE], was 71 % des vergleichbaren Einkommens entspricht. Dies bestätigt eine Annäherung zwischen diesen beiden Indikatoren trotz einer weiterhin bestehenden Differenz. Hinter diesen Durchschnittswerten verbergen sich starke Unterschiede zwischen den einzelnen Betrieben.

Die Struktur der Betriebe bleibt weitgehend stabil: 12.381 Betriebe in der Wallonie, aber mit steigender Durchschnittsfläche und zunehmenderSpezialisierung auf Ackerbau, während die Rinderhaltung zurückgeht. Diese Entwicklung geht mit einer großen Herausforderung einher: der Erneuerung der Generationen. 2024 werden 45 % der Betriebe von Landwirten geführt, die bereits in Pension sind oder kurz davor stehen, und 37 % der Landwirte im Alter von 50 Jahren und älter haben keinen Nachfolger, was die Übertragung erschwert.

Zu guter Letzt war das Jahr geprägt vom Ausbruch der Blauzungenkrankheit, die zu Verlusten in der Viehzucht führte und eine finanzielle Unterstützung von 17 Millionen Euro erforderte, sowie von Mobilisierungen in der Landwirtschaft angesichts wirtschaftlicher und administrativer Schwierigkeiten.