Dieses Blatt analysiert den Anbau von Industriechicorée nach einem territorialen und einem technisch-wirtschaftlichen Ansatz. Der erste beschreibt die Verteilung der Anbauflächen dieser Kultur in der wallonischen Region nach den Superregionen und nach der Betriebswirtschaftliche Ausrichtung [BWA]. Der zweite analysiert die Faktoren, die die Deckungsbeitrag dieser Kultur beeinflussen, und zwar für alle konventionellen Landwirte des Buchführungsnetzes der Direction de l'Analyse Economique Agricole [DAEA] (Direktion für landwirtschaftliche Wirtschaftsanalyse), die mindestens 1 ha Chicorée anbauen. Es stellt diese Elemente dar, die die Deckungsbeitrag bilden: die Erträge und die operativen Kosten, die dieser Kultur zugeordnet sind, im gesamten Hoheitsgebiet und in der auf „Ackerbau“ ausgerichteten Zone.

Der Anbau von Chicorée in der Wallonie betrifft weniger als 900 Landwirte und findet hauptsächlich in Betrieben statt, die auf Ackerbau spezialisiert sind. Ein guter Ertrag in Kombination mit einem leicht steigenden Preis führt zu einem Deckungsbeitrag von fast 3.180 €/ha.

Die Aussaatfläche für Chicorée sinkt auf unter 8 000 ha

Mit 7 637 ha im Jahr 2023 geht die Aussaatfläche für den Chicorée Anbau im Vergleich zu 2022 um 1 000 ha zurück. Gleichzeitig sank die Zahl der Erzeuger auf 877, die im Durchschnitt 8,7 ha für diese Kultur nutzten.

- Über de 90 % der Chicorée-Anbaufläche befinden sich innerhalb der Zone „Ackerbau“.

Unterteilung in „Superregionen“

Um den Einfluss der landwirtschaftlichen Regionen auf die handelbaren Kulturen zu analysieren, werden drei „Superregionen“ unterschieden, von denen angenommen wird, dass sie in Bezug auf Anbautechniken und Ergebnisse ausreichend homogen sind.  Erstens die Zone „Ackerbau“, die die Lehmgebiet und Sand und Lehmgebiet sowie die Hennegauer Kempen umfasst. In diesen Regionen werden am häufigsten handelbare Kulturen angebaut und es gibt die meisten Betriebe, die sich auf Ackerbau spezialisiert haben. Zweitens die „Grünlandzone“, die sich aus folgenden landwirtschaftlichen Regionen zusammensetzt: Graslandregion Lüttich, Venn, Famenne, Juraregion, Ardennen und Hochardennen.  Diese Regionen sind stärker auf Viehzucht, vor allem Rinderzucht, spezialisiert und besitzen einen hohen Anteil an Grasland. Schließlich das Gebiet „Condroz“, bei dem es sich um eine landwirtschaftliche Zwischenregion handelt. Diese Unterteilung der Wallonie wird vorgenommen, um eine ausreichende Anzahl von Personen für den Vergleich der Gebiete untereinander und für die Durchführung von Leistungsklassenanalysen innerhalb eines bestimmten Gebiets (hauptsächlich das Gebiet „Ackerbau“) zu erhalten.

 

Der Anbau von Chicorée findet sich vor allem in der Zone „Ackerbau“. In diesem Gebiet befinden sich 91 % der Anbauflächen für diese Kultur mit einer durchschnittlichen Fläche von 8,6 ha pro Betrieb, unabhängig davon, ob es sich um einen professionellen oder nicht-professionellen Betrieb handelt. 92 % der wallonischen Betriebe, die Chicorée anbauen, befinden sich in dieser Zone.

Mit 8,7 % der Fläche, die diesem Anbau gewidmet ist, steht das Condroz an zweiter Stelle.

Nur sechs Landwirte in der „Grünlandzone“ bauen Chicorée an.

Verteilung der Chicoréeanbauflächen nach Superregion in 2023

Verteilung der Chicoréeanbauflächen nach Superregion in 2023

Verteilung der Chicoréeanbauflächen nach Superregion in 2023

Anzahl der Betriebe, die Chicorée produzieren, und durchschnittliche dieser Kultur gewidmete Anbaufläche gemäß der Superregion in 2023

Anzahl der Betriebe, die Chicorée produzieren, und durchschnittliche dieser Kultur gewidmete Anbaufläche gemäß der Superregion in 2023

Anzahl der Betriebe, die Chicorée produzieren, und durchschnittliche dieser Kultur gewidmete Anbaufläche gemäß der Superregion in 2023

- Chicorée wird überwiegend von auf Ackerbau spezialisierten Betrieben angebaut

Es ist wichtig zu betonen, dass die Faktoranalyse auf der Grundlage der betriebswirtschaftlichen Ausrichtungen [BWA] nur für die sogenannten gewerblichen Betriebe durchgeführt wird, d. h. deren gesamter Standardoutput mehr als 25.000 € beträgt. Letztere bedecken 98 % der wallonischen landwirtschaftlichen Nutzfläche [LNF].

7 620 ha Chicorée, d. h. praktisch die gesamte für diese Kultur genutzte LNF, werden von 870 professionellen Betrieben angebaut.  70 % dieser LNF (5 352 ha) entfallen auf auf Ackerbau spezialisiere Betriebe. Sie machen fast 65 % der Erzeuger von Chicorée aus und bewirtschaften im Durchschnitt 9,5 ha. An zweiter Stelle stehen Betriebe, die Ackerbau und Rinderhaltung kombinieren und 20 % dieser LNF bewirtschaften. Die Betriebe mit Rinderhaltung schließlich bewirtschaften zusammen nur 5 % der gesamten Anbaufläche für diese Kultur.

Verteilung der Anbauflächen von Chicorée von professionellen Betrieben nach BWA in 2023

Verteilung der Anbauflächen von Chicorée von professionellen Betrieben nach BWA in 2023

Verteilung der Anbauflächen von Chicorée von professionellen Betrieben nach BWA in 2023

Anzahl der professionellen Betriebe, die Chicorée produzieren, und durchschnittliche dieser Kultur gewidmete Anbaufläche gemäß der BWA in 2023

Anzahl der professionellen Betriebe, die Chicorée produzieren, und durchschnittliche dieser Kultur gewidmete Anbaufläche gemäß der BWA in 2023

Anzahl der professionellen Betriebe, die Chicorée produzieren, und durchschnittliche dieser Kultur gewidmete Anbaufläche gemäß der BWA in 2023

 

Das Jahr 2023 zeichnet sich durch einen guten Chicoréeertrag aus.

Im Jahr 2023 liegt der Ertrag des Chicoréeanbaus bei 54,6 Tonnen/ha und damit deutlich über dem Durchschnitt der zehn vorangegangenen Jahre, der bei rund 51 Tonnen/ha liegt. Dies ist ein deutlich besserer Ertrag als im Jahr 2022, als er einen der niedrigsten Werte erreicht hatte.

Der Verkaufspreis für den Anbau von Chicorée erreicht im Jahr 2023 einen Wert von 79,2 €/t. Der Preis steigt allmählich an und liegt über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, der 67 €/t beträgt. In diesem Preis ist ein Betrag enthalten, der den Kosten für das Saatgut entspricht, wenn dieses von der Raffinerie kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Entwicklung des Ertrags des Chicoréeanbaus und des Verkaufspreises der Chicoréewurzeln

Entwicklung des Ertrags des Chicoréeanbaus und des Verkaufspreises der Chicoréewurzeln

Entwicklung des Ertrags des Chicoréeanbaus und des Verkaufspreises der Chicoréewurzeln

 

- Der Ertragsunterschied zwischen den Leistungsklassen liegt über 18 Tonnen/ha

Da sich der Chicoréeanbau hauptsächlich auf die Zone „Ackerbau“ konzentriert, ist es nicht möglich, die Ergebnisse zwischen den verschiedenen Superrgebieten zu vergleichen. Dagegen ist innerhalb dieser Zone ein Vergleich des Deckungsbeitrags zwischen den leistungsstärksten und leistungsschwächsten Landwirten möglich.

Zwischen diesen beiden Gruppen gab es einen deutlichen Unterschied bei den Erträgen. Im Jahr 2023 liegt er bei fast 18,5 t/ha, was einem Drittel des wallonischen Durchschnittsertrags entspricht. Der erzielte Ertrag hängt auch vom Zeitpunkt des Entwurzelns ab, das sich zwischen dem Beginn und dem Ende der Erntekampagne ändert.

Die Preise werden zwar von den Raffinerien festgelegt, schwanken aber zwischen den Leistungsklassen zwischen 78 und 81 €/t. Neben den unterschiedlichen Bedingungen der industriellen Akteure berücksichtigen diese Werte auch Zu- und Abschläge je nach Makel, Zeitpunkt des Entwurzelns, Organisation usw., die den Grundpreis erheblich verändern

Ertrag des Chicoréeanbaus und Verkaufspreis seiner Wurzel aus der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

Ertrag des Chicoréeanbaus und Verkaufspreis seiner Wurzel aus der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

Ertrag des Chicoréeanbaus und Verkaufspreis seiner Wurzel aus der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

 

Im Jahr 2023 erreicht der Ertrag aus dem Anbau von Industriechicorée 4.319 €/ha

Im Jahr 2023 führt der gute Ertrag, der durch einen steigenden Preis verstärkt wird, zu einem Ertrag aus dem Anbau von Industriechicoréee von 4.319 €/ha. Dieser Wert liegt deutlich über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (3.400 €/ha). Dies ist der höchste Wert, der seit 2010 beobachtet wurde.

Entwicklung des (Haupt-)Erträge aus dem Chicoréeanbau

Entwicklung des (Haupt-)Erträge aus dem Chicoréeanbau

Entwicklung des (Haupt-)Erträge aus dem Chicoréeanbau

 

- Der Ertragsunterschied zwischen den Erzeugern der extremen Leistungsklassen übersteigt 1 400 €/ha

Vergleicht man die Leistung der Landwirte der Zone „Ackerbau“, so ergibt sich zwischen den Extremgruppen ein Ertragsunterschied von 1.430 €/ha. So erzielen die leistungsschwächsten Erzeuger einen Ertrag von 3.424 €/ha, während auf die leistungsstärksten Erzeuger ein Ertrag von 4.852 €/ha abfällt.

(Haupt-)Erlös des Anbaus von Chicorée in der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

(Haupt-)Erlös des Anbaus von Chicorée in der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

(Haupt-)Erlös des Anbaus von Chicorée in der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

 

Während 2022 die gesamten Betriebskosten für den Chicoréeanbau kaum gestiegen waren, kletterten sie 2023 um 200 €/ha.

2023 beliefen sich die zugewiesenen Betriebskosten, ohne Fremdarbeiten, für den industriellen Anbau von Chicorée auf 1.141 €/ha und lagen damit deutlich über dem Durchschnitt der vorangegangenen zehn Jahre (913 €/ha). Die Ausgaben für Saatgut bleiben der größte Posten und machen etwa 39 % aus, werden aber dicht gefolgt von den Ausgaben für Düngemittel, die nun 31 % ausmachen. Danach folgt der Kauf von Pestiziden mit 29 %. Auch wenn das Saatgut manchmal kostenlos von der Industrie geliefert wird, wird ein Aufwand auf der Grundlage des von der Industrie angegebenen Preises verbucht und ein entsprechender Betrag zu den Erträgen hinzugerechnet.

Chicorée hat einen geringen Stickstoffbedarf und begnügt sich mit einer durchschnittlichen mineralischen Stickstoffdüngung von etwa 65 Einheiten/ha. Die Phosphorzufuhr liegt bei 25 Einheiten/ha und die Kaliumzufuhr bei 85 Einheiten/ha. Im Jahr 2022 haben die Landwirte angesichts der Düngemittelpreise jeden Nährstoff um etwa zehn Einheiten/ha reduziert. Im Jahr 2023 erreicht die Düngung wieder ihr normales Niveau.

Zur Information lag der Betrag, der für von Dritten ausgeführte Arbeiten aufgewendet wurde, 2023 bei 647 €/ha, ein mit dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (631 €/ha) vergleichbarer Wert. Dieser recht hohe Betrag erklärt sich dadurch, dass die Erntearbeiten, aber auch die Aussaat, fast immer von einem Unternehmen durchgeführt werden. Schließlich werden auch die Kosten für den Transport des Chicorées zur Raffinerie als Fremdarbeiten betrachtet und sind alles andere als anekdotisch.

Entwicklung der dem Chicoréeanbau zugeordneten Betriebskosten

Entwicklung der dem Chicoréeanbau zugeordneten Betriebskosten

Entwicklung der dem Chicoréeanbau zugeordneten Betriebskosten

 

- Die zugewiesenen Betriebskosten sind zwischen den Leistungsgruppen relativ ähnlich

Innerhalb der Zone „Ackerbau“ haben die leistungsschwächsten Erzeuger beim Anbau von Industriechicorée zugewiesene Betriebskosten, die leicht höher als jene der leistungsstärksten Erzeuger liegen. Der Unterschied von 70 €/ha ist jedoch angesichts der Gesamtkosten für diese Kultur gering.

Betriebskosten für den Anbau von Chicorée in der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

Betriebskosten für den Anbau von Chicorée in der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

Betriebskosten für den Anbau von Chicorée in der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

 

Im Jahr 2023 profitiert der Deckungsbeitrag des Chicoréeanbaus von stark steigenden Erträgen

Im Jahr 2023 erreicht der Deckungsbeitrag beim industriellen Anbau von Chicorée 3.178 €/ha, wobei Arbeiten durch Dritte nicht in den zugewiesenen Betriebskosten enthalten sind. Dies ist der höchste Wert, der seit 2010 beobachtet wurde und liegt deutlich über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre von 2.492 €/ha.

Berücksichtigt man die von Dritten ausgeführten Arbeiten in den zugewiesenen Betriebskosten, liegt der Deckungsbeitrag im Jahr 2023 bei 2.532 €/ha.

Entwicklung der Deckungsbeitrag beim Anbau von Chicorée

Entwicklung der Deckungsbeitrag beim Anbau von Chicorée

Entwicklung der Deckungsbeitrag beim Anbau von Chicorée

 

- Ein Unterschied von 1.500 €/ha Deckungsbeitrag ist zwischen den extremen Leistungsklassen innerhalb der Zone „Ackerbau“ zu beobachten.

Innerhalb der Zone „Ackerbau“ erwirtschaften die leistungsstärksten Erzeuger einen Deckungsbeitrag von 3.762 €/ha, während die am leistungsschwächeren auf 2.262 €/ha kommen. Diese Differenz steht im Zusammenhang mit der Ertragsdifferenz, die sich aus einem großen Ertragsgefälle ergibt, da die Kosten relativ gleich sind.

Berücksichtigt man die von Dritten ausgeführten Arbeiten in den zugewiesenen Betriebskosten, so erreichen die Deckungsbeiträge der extremen Leistungsgruppen jeweils 3.167 €/ha bzw. 1.664 €/ha.

Deckungsbeitrag des Chicoréeanbaus in der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

Deckungsbeitrag des Chicoréeanbaus in der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023

Deckungsbeitrag des Chicoréeanbaus in der Ackerbauzone nach dem Leistungsniveau der Betriebe in 2023