Dieses Blatt analysiert den Kapitaleinsatz in einem durchschnittlichen wallonischen Betrieb und geht dann detailliert auf die Rubriken der Aktiva und Passiva sowie deren Entwicklung ein. Diese Elemente werden als Gesamtwert sowie pro Flächen- oder Arbeitskräfteeinheit ausgedrückt. Diese Analyse beruht auf sämtlichen Ergebnissen aus dem Buchführungsnetz der Direktion für landwirtschaftliche Wirtschaftsanalyse [DAEA].

Der wallonische Betrieb setzt ein Kapital von über 1.790.300 € ein. Der Wert des vom Landwirt eingesetzten Vermögens steigt stetig an, im letzten Jahrzehnt mit einer Rate von etwa 3,6 % pro Jahr, und erreicht 2023 etwas mehr als 830.000 €. Wohlgemerkt hängt dieser Anstieg nicht mit einer höheren Verschuldung zusammen, die letztlich relativ stabil ist und bei 183.000 € liegt. Dies wirft jedoch das Problem der Übertragung und Übernahme von Betrieben mit immer höheren Aktiva auf.

Das vom wallonischen Betrieb eingesetzte Kapital wächst weiter und überschreitet 2023 die 1.790.300 €.

2023 erreicht das durchschnittlich eingesetzte Kapital in einem landwirtschaftlichen Betrieb mit gewerblichem Charakter in der Wallonie 1.790.300 €. Dieses Kapital stammte im Durchschnitt zu 54 % von Verpächtern und zu 46 % vom Landwirt. Die jeweiligen Anteile von Verpächter und Landwirt ändern sich im Laufe der Zeit relativ wenig. Erstere bringen vor allem Land und Gebäude ein.

Der kontinuierliche Anstieg des vom Betrieb eingesetzten Kapitals ist zum einen auf die zunehmende Betriebsgröße und zum anderen auf den steigenden Wert des Landes zurückzuführen.

Je nach der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung [BWA] der Betriebe sind große Unterschiede zu beobachten. So setzen Betriebe, die Ackerbau und Rinder oder Milch- und Fleischrinder kombinieren, Kapital in Höhe von über 2.000.000 € ein, während ein auf Fleischrinder spezialisierter Betrieb Kapital in Höhe von 1.175.000 € einsetzen wird. Häufig gilt: Je höher das Kapital, desto höher der Anteil der Verpächter. Der Anteil des Kapitals des Betreibers ist am geringsten bei auf Ackerbau spezialisierten Betrieben. Im Gegensatz zu Betrieben mit Viehhaltung sind Viehbestand und Stallungen, beides in der Regel Eigentum, in ihren Bilanzen praktisch nicht enthalten. Sie befinden sich hingegen häufig in Gebieten, in denen der Wert des Bodens höher ist. Der Boden macht jedoch einen großen Teil des Kapitals der Verpächter aus.

Entwicklung des von wallonischen Betrieben eingesetzten Kapitals

Entwicklung des von wallonischen Betrieben eingesetzten Kapitals

Entwicklung des von wallonischen Betrieben eingesetzten Kapitals

Verteilung des Kapitals wallonischer Betriebe nach BWA in 2023

Verteilung des Kapitals wallonischer Betriebe nach BWA in 2023

Verteilung des Kapitals wallonischer Betriebe nach BWA in 2023

 

Der Anstieg des wallonischen Betriebsvermögens ist ausschließlich auf den Anstieg der Landkomponente zurückzuführen.

Im Jahr 2023 erreicht das durchschnittliche Gesamtvermögen des wallonischen Betriebs 820.480 €. Mit 479.100 € entfielen fast 58 % davon auf Grund. Zum Vergleich: 2009 machte Grund weniger als 34 % des vom Landwirt eingesetzten Vermögens aus. Dieser Anstieg des Grundanteils an den Vermögenswerten hängt vor allem mit dem kontinuierlichen Anstieg des Wertes eines Hektars Land zusammen. Die anderen Bestandteile der Aktiva wie Gebäude, Ausrüstung und Viehbestand entwickeln sich nur geringfügig. Grundverbesserungen sind in der Grundkomponente des Vermögenswerts enthalten, während Rechte und Quoten der Gebäudekomponente des Vermögenswerts hinzugefügt wurden.

Im Jahr 2023 erreichen die Aktiva 550.660 € pro Arbeitskräfteeinheit oder 109.44 €  pro Einheit der landwirtschaftlichen Nutzfläche [LNF]. Bezogen auf die Arbeitskräfteeinheit beträgt der durchschnittliche jährliche Anstieg in den letzten zehn Jahren 4,2 %, bezogen auf die Flächeneinheit 2,7 %. Der Wert der Güter, die der Landwirt einsetzen muss, steigt daher allmählich an, und er muss zudem mehr davon einsetzen.

Betrachtet man die Verteilung der Vermögenswerte nach der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung [BWA] des Betriebs, so zeigen sich deutliche Unterschiede. Auf der Ebene der Betriebe mit Rinderhaltung macht der Viehbestand bei Fleischrindern einen großen Teil der Aktiva aus. Im Gegensatz dazu ist bei den Milchrinderbetrieben zwar der Wert des Viehbestands geringer, die Aktiva in Gebäuden höher. Schließlich gibt es große Unterschiede bei der Komponente „Grund“, die mit der im eigenen Besitz befindlichen Fläche und dem Wert des Grundes zusammenhängen, der unter anderem vom landwirtschaftlichen Gebiet abhängt. So sind auf Ackerbau spezialisierte Betriebe, die hauptsächlich in den Lehm- und Sand- und Lehmgebieten angesiedelt sind, mit einem höheren Grundwert konfrontiert als beispielsweise auf Fleischrinder spezialisierte Betriebe, die überwiegend in der Famenne oder den Ardennen angesiedelt sind.

Entwicklung des durchschnittlichen Betriebsvermögens in der Wallonie

Entwicklung des durchschnittlichen Betriebsvermögens in der Wallonie

Entwicklung des durchschnittlichen Betriebsvermögens in der Wallonie

Verteilung des durchschnittlichen Betriebsvermögens in der Wallonie in 2023

Verteilung des durchschnittlichen Betriebsvermögens in der Wallonie in 2023

Verteilung des durchschnittlichen Betriebsvermögens in der Wallonie in 2023

Entwicklung der durchschnittlichen Aktiva wallonischer Betriebe pro AKE oder pro LNF-Einheit

Entwicklung der durchschnittlichen Aktiva wallonischer Betriebe pro AKE oder pro LNF-Einheit

Entwicklung der durchschnittlichen Aktiva wallonischer Betriebe pro AKE oder pro LNF-Einheit

Verteilung des durchschnittlichen Betriebsvermögens in der Wallonie nach BWA in 2023

Verteilung des durchschnittlichen Betriebsvermögens in der Wallonie nach BWA in 2023

Verteilung des durchschnittlichen Betriebsvermögens in der Wallonie nach BWA in 2023

 

Die Höhe der Schulden ändert sich seit 2010 recht langsam, während die Gesamtverbindlichkeiten steigen, sodass sich der Verschuldungsgrad verringert hat.

Im Jahr 2023 liegt die Verschuldung des wallonischen Betriebs bei ca. 182.800 €. Dieser Wert ist etwas höher als der Durchschnitt der vorangegangenen zehn Jahre, der bei 161.000 € lag. Der Anstieg der Passiva ist grundsätzlich auf das Eigenkapital zurückzuführen, das derzeit 78 % der Passiva ausmacht. Dadurch verbesserte sich die Kreditwürdigkeit des wallonischen Betriebs im Vergleich zu Anfang der 2010er Jahre, bzw. umgekehrt verringerte sich sein Verschuldungsgrad.

Auf Fleischrinder spezialisierte Betriebe haben einen deutlich niedrigeren Verschuldungsgrad als Betriebe anderer betriebswirtschaftlicher Ausrichtungen [BWA]. Betriebe der BWA „sonstige“ haben die höchste Verschuldungsquote und in absoluten Zahlen die höchste Schuldenhöhe. BWA „Sonstige“ umfasst Betriebe mit Körnerfressern, die eine recht teure Infrastruktur erfordern.

Entwicklung der Verbindlichkeiten wallonischer Betriebe

Entwicklung der Verbindlichkeiten wallonischer Betriebe

Entwicklung der Verbindlichkeiten wallonischer Betriebe

Verteilung der Verbindlichkeiten wallonischer Betriebe nach BWA in 2023

Verteilung der Verbindlichkeiten wallonischer Betriebe nach BWA in 2023

Verteilung der Verbindlichkeiten wallonischer Betriebe nach BWA in 2023